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Archive for Dezember 2011

Merci, dass es Dich gibt

Weihnachten gilt als das Fest der Liebe, nur oft geraten wir eher in einen Stressmodus, wenn wir an die Vorweihnachtszeit denken. Stöhnend blitzen im Kopf Bilder von vollen Fußgängerzonen und Parkplatznot auf. Nervosität statt Liebesenergie macht sich breit. Hat nicht jeder schon mal kurz vor 12 in der Buchhandlung schnell zur Novelle aus der Spiegel-Bestseller Liste gegriffen, „damit man wenigstens was hat?“ Aber wie wirkt das eigentlich auf den Beschenkten? Nützt es, oder schadet es der Beziehung? Das Geschenk an Weihnachten sollte doch eigentlich meine Wertschätzung der Beziehung mit einer Person widerspiegeln? Stattdessen fühlt es sich eher an, als wäre ich der Person ein Geschenk „schuldig.“ Einige geraten mit ihren Partnern sogar in die „je teurer, desto besser – Falle“…

Ich ertappte mich gelegentlich dabei, wie mir bei der Merci-Werbung eine Träne die Wange herunterkullerte. Merci, dass es Dich gibt! Wie schön…da werden Herzensgesten dargestellt, die einen dahinschmelzen lassen. Jedoch in Verbindung mit dem Schenken von Schokolade! Ist die denn wirklich noch nötig? War die Umarmung denn nicht genug? Nein, war sie nicht, wird uns von der Industrie eingeredet. Es ist heutzutage völlig normal für uns, unsere Wertschätzung gegenüber einer Person mit materiellen Geschenken zu demonstrieren. Aber was ist das heute wirklich noch wert in einer Zeit, wo wir uns so Vieles leisten können? Drücken wir uns mit einem materiellen Geschenk nicht manchmal sogar davor, wirklich in Verbindung zu gehen und zum Ausdruck zu bringen: „Merci, dass es Dich gibt, weil…..?“ Das erfordert Mut, der auf eine ganz andere Weise teuer für uns ist. Und dieser zahlt sich in einer Form aus, wie es kein Schmuckstück oder Schokoladenriegel der Welt je schaffen würde.

Ich erinnere mich an die anerkennenden Worte meines Vaters: „ Dein Opa Paul hat uns Kindern freitags oft einen Riegel Schokolade mitgebracht, statt seinen Lohn z.B. im Wirtshaus zu vertrinken.“ Damals konnte man mit materiellen Gaben wirklich noch zeigen: „Du bist mir wichtig und ich zahle gerne einen hohen Preis dafür “.

Ob Materielles, eine herzliche Umarmung oder liebe Worte, das Gefühl der tiefen Freude und Verbundenheit beim Schenken zählt. Axel Hacke schreibt über das Schenken: „In einem Geschenk treffen sich zwei Menschen. Wenn es ein gutes Geschenk ist, begegnen sich ihre Seelen, weil der Eine gefühlt hat, was dem Anderen Freude macht.“

In diesem Sinne wünsche ich Dir viel Freude beim Schenken mit weitem Herz, und eine innige Verbindung mit Deinen Liebsten in dieser besonderen Zeit.

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